Europameisterschaft 2018

Nach der WBHC 2017 in Italien war man gespannt, wie sich die EBHC 2018 in Oberwiesenthal – Boží Dar entwickeln würde.

Die EBHC 2018 fand vom 18. – 22. Juni 2018 statt.

Nach Öffnung der Anmeldung waren im Eiltempo das Limit von 1680 gemeldeten Schützen ausgeschöpft. Danach wurde die Anmeldung dicht gemacht. Jedoch gab es so viele Anmeldungen seitens deutscher Schützen (knapp 1000 Schützen) und übrig gebliebenen Schützen von „Rest of Europe“, dass man später die Anmeldung wieder öffnete und letztendlich ca. 2000 Schützen an diesem riesigen Event teilnahmen.

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Vorab gesagt: Eigentlich war es eine sehr erfolgreich durchgeführte Veranstaltung mit insgesamt 12 Parcours. Dabei befanden sich 8 Parcours auf deutscher Seite und 4 Parcours im benachbarten Ort Boží Dar in Tschechien. Oberwiesenthal im Erzgebirge mit seinem Fichtelberg ist ein Kurort im Süden vom Bundesland Sachsen, direkt an der Grenze zu Tschechien. Oberwiesenthal ist bekannt durch sein großzügiges Skigebiet mit den großen Skisprungschanzen und Heimat des Skispringers Jens Weisspflog. Der Ort liegt 914 m ü. M. und hat ca. 2100 Einwohner. In der Skisaison stehen ca. 10.000 Betten zur Verfügung. Der Fichtelberg liegt dann noch Mal 300 m höher.

Angereist waren am Freitag bzw. am Samstag folgende Mitglieder:

Daniel M., Uwe K., Dieter W., Joachim W., Michael Z., Jürgen M. und Toni B.

4 Kollegen waren in einer Pension untergebracht, die anderen verteilten sich auf andere Hotels bzw. Pensionen. Für das Event waren für die Bogenkontrolle sowie für die Begrüßungs- und Abschlussveranstaltung ein riesiges Zelt errichtet worden, in dem alle Teilnehmer ihren Platz fanden.

Am Freitag bzw. am Samstag und auch am Sonntag wurde für jeden Teilnehmer die Bogenkontrolle und -abnahme zur Pflichtkür. Um das Eventzelt war ein kleiner Bereich für Händler und Aussteller vorgesehen worden.

Am Sonntag fand dann der Marsch der Nationen statt, bei dem sich die vielen Bogenschütz-Innen durch die Gassen des Kurorts schlängelten. So viele Leute hatte ich bei solch einer Bogenveranstaltung noch nicht gesehen. Jede Nation hatte ihren Fahnenträger und viele Zuschauer säumten die Straßen. Am Marktplatz gab es noch eine kleine Festansprache, bis dann im großen Festzelt die Meisterschaften durch die Offiziellen eröffnet wurden. Man traf wieder viel bekannte Gesichter aus Nah und Fern. Hier und das haben sich mittlerweile einige Freundschaften gebildet. Man hat sogar ein eigenes Maskottchen für die Europameisterschaften ins Leben gerufen, der den Namen „FIPS“ trug. Auch das Logo für die EBHC 2018 war in meinen Augen gelungen. Nach der Eröffnungsfeier gingen wir noch gemeinsam zum Essen und anschließend zog sich jeder zurück, um sich für den nächsten Tag noch vorzubereiten.

Tag 1:

Am Montag mussten alle Schützen der Hegau Archers auf die versch. Parcours. Am ersten Tag wird man alphabetisch in die laufenden Gruppen eingeteilt. Joachim, Daniel und Toni konnten in der selben Klasse VM TRB (Veteran Male Traditional Recurve Bow) starten, waren aber alle in verschiedenen Gruppen unterwegs. Am Ende traf man sich ja wieder und man konnte fröhliche oder teilweise auch weniger fröhliche Gesichter wahrnehmen. Wir 3 hatten mit der Doppelhunterrunde (3D Standard Round) angefangen. Für uns ging es gleich am ersten Tag rüber nach Boží Dar, wo es einen eigenen Parkplatz und einen eigenen Einschiessplatz gab. Der Anlaufpunkt war gerade mal 5 Autominuten von unserer Unterkunft entfernt. Da konnte man nicht meckern. Hier mussten wir (5 von 7 Schützen) doch lange auf den Bus warten. Einziger Wermutstropfen in meinen Augen war der teilweise nicht optimal organisierte Bus Shuttle von Boží Dar auf die Parcours. Das hatte noch Luft nach oben. Dass bei solch einer Monsterveranstaltung mal was schief gehen kann, lässt sich kaum vermeiden. Uwe war auf dem Parcours „Siebensäure“ unterwegs, Dieter durfte gleich hoch zum Fichtelberg.

Was wir auf jeden Fall attestieren können: man hatte hier in einer wunderschönen Landschaft wirklich ganz tolle Parcours installiert. Überraschend war dann doch, gerade am ersten Tag, dass hier nicht konsequent alles auf max. Distanzen gestellt war, sondern es genauso Ziele gab, die zwar weit aussahen, es aber durchaus nicht wirklich waren. So gab es ordentlich Hochschüsse, weil man es einfach nicht glauben konnte. Geschickt in Szene gesetzte Ziele erschwerten das Schätzen ungemein. Der erste Tag war dann  auch schnell vorbei und nach einem guten Abendessen sehnte man sich nach seinem Bett.

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Tag 2:

Am Dienstag hatten gleich 5 Schützen aus unseren Reihen ihren freien Tag. Nur Jürgen und Michael mussten ran an den Speck. Michael hatte am ersten Tag die 3-Pfeilrunde (Unmarked Animal Round) mit respektablen 443 Punkten abgeschlossen. Heute, wiederum in der zweiten 3-Pfeilrunde, konnte er nicht mehr so glänzen wie am Vortag. Jürgen konnte mit 268 Punkten eine tolle Hunterrunde hinlegen.

Während Uwe und Dieter ihren Tag in der tschechischen Stadt Karlsbad verbrachten, blieben Daniel und Toni ein wenig im Ort und vergnügten sich anderweitig (chillen). Joachim war mit seiner Frau, die ihn begleitete, unterwegs. Abends traf man sich in Boží Dar in einem Restaurant zum gemeinsamen Abendessen. Preislich ist Tschechien immer noch unschlagbar.

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Tag 3:

Uwe, Dieter, Daniel, Joachim und Toni hatten am Mittwoch die Einpfeilrunde (3D Hunting Round) zu absolvieren. Während Daniel, Joachim und Toni mit dem Sessellift hoch zum Fichtelberg durften, wo man oben angekommen eine tolle Fernsicht genießen konnte, hatte Dieter das Vergnügen mit dem Parcours „Sparkasse“ im Sektor Siebensäure. Uwe durfte in Boží Dar im Parcours „Beier Distribution“ sein Glück versuchen. Beim Versuch ist es dann leider auch geblieben. Uwe fand das Pech in seiner Targetpanik und musste richtig Federn lassen. Das hatte ihm dann in der Tabelle viele Plätze gekostet. Jürgen startete auf dem weißen Parcours auf dem Fichtelberg und hatte nur ganz knapp in der 3-Pfeilrunde die 500-er Marke verpasst. Respekt!

Michael durfte jetzt schon das 3. Mal in Folge antreten und hatte noch keinen Tag frei gehabt. Für ihn stand die Doppelhunterrunde an, die er mit guten 238 Punkten beenden konnte.

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Tag 4:

Jürgen hatte seinen freien Tag, Micheal musste nun schon das 4. Mal in Folge antreten. Er war nicht zu beneiden, oder doch? Der Rest der Mannschaft durfte sich mit der ersten 3-Pfeilrunde begnügen. Uwe und Dieter blieben unter ihren Erwartungen und konnte die 400 Punkte nicht knacken. Joachim, Daniel und Toni konnten solide Ergebnisse einfahren, die sie in der Tabelle nach oben klettern ließen. Joachim war jetzt mit 5 Plätzen Vorsprung knapp vor Daniel , Toni gar auf dem 23. Platz. Mal schauen, was der letzte Wettkampftag bringen wird.

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Tag 5:

Wie angekündigt, sollte es einen Temperatursturz von über 15 – 20 Grad geben und so ist es dann auch gekommen. Regen und 4 Grad, am Fichtelberg nahe der Frostgrenze. Alle standen sie da in dicken Winterklamotten, in den Läden noch schnell eine Mütze und/oder Handschuhe besorgt, teilweise wurden noch dickere Jacken erstanden. Daniel, Joachim, Jürgen und Toni starteten wieder drüben in Boží Dar und bei der Kälte und dem eisigen Wind versammelten sich die meisten Schützen in der Unterführung, windgeschützt und trocken. Wir warteten hier auf die Busse. Jürgen hatte in der Hektik seinen Bogen im Auto liegen lassen und musste telefonisch seine Frau um Hilfe bitten. Hat dann aber reibungslos geklappt. Auf den Parcours angekommen, wurden wir zu unseren Zielen geführt. Der Dauerregen und die plötzlich eingetretene Kälte sind nicht unbedingt die optimalen Begleiter beim Bogensport, kann man aber nicht weg beten. Deshalb ist es wichtig, zu Hause auch mal im Regen zu trainieren und auch Turniere zu besuchen, egal ob die Wettervorhersagen schlechtes Wetter angekündigt haben. Oben auf dem Fichtelberg soll es ziemlich heftig gewesen sein. Da hat dann eine Compoundgruppe mit Frauen nach 20 Zielen einvernehmlich abgebrochen, es ging einfach nicht mehr. Wir waren alle froh, als die EBHC 2018 dann zu Ende war, wenn auch nass und durchgefroren.

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Den Verlauf der Meisterschaft könnt ihr unten stehender Tabelle entnehmen. Sie ist ein Extrakt aus der offiziellen Ergebnisliste.

Am Samstag war dann die Siegerehrung im Festzelt. Eine gelungene Veranstaltung, wie ich meine. Leider sind die anderen Kollegen schon am Samstagvormittag abgereist. Ich bin geblieben und konnte das wunderbare Menü am Buffet genießen. Das war wirklich spitze und reichlich. Ich konnte vielen deutschen Teilnehmern, die auf dem Podest standen, zujubeln. Und fast alle kennt man mittlerweile. Ist wie eine große Familie.

Am Sonntag machte ich noch einen Abstecher in die Nähe von Pilsen in Tschechien, wo ich einen alten Freund besuchte. Das rundete meine 10-tägige Reise ab. Wir freuen uns schon auf die nächste EBHC 2020, die wieder in Frankreich, Confolens stattfindet. Dort waren wir ja auch schon im Jahr 2014 (siehe Bericht hier).

Es wäre schön, wenn bis 2020 neue Gesichter der Hegau Archers in Frankreich zu sehen wären. In diesem Sinne wünsche ich euch immer „Alle ins Kill“ und verbleibe mit Bognergrüßen, Toni

(Text: Toni B. / Bilder: Toni B. und teilweise vom DFBV (mit Genehmigung))