Sensationell: Goldmedaille im Einzel und Mannschaftssilber der Hegau Archers e. V.

Als die Ausschreibung  der DM Bowhunter 2018 in der Verbandszeitschrift SPOT des DFBV erschienen ist, konnten wir im Verein aufatmen. Der Austragungsort war dieses Mal im Süden von Deutschland, genau gesagt in Murrhardt in der Nähe von Backnang. Schnell mal in Google gemapped: Fahrtzeit ca. 2,5 Stunden. Absolut akzeptabel. Die Anmeldung war vom 1. – 30 Juli 2018 geöffnet. Nach der Anmeldung hatte man 2 Wochen Zeit, um die Startergebühr zu entrichten. Erst dann fand man den Weg von der Melde- in die Starterliste. Mittlerweile muss man sich mit der Anmeldung und Bezahlung beeilen, denn die Meisterschaft ist beliebt und schnell gefüllt.

Gemeldet hatten seitens Hegau Archers e.V. Julian und Günter W., Dieter W., Helmut D. und Toni B.

Dieter ist am 1. Wettkampftag krankheitsbedingt abgereist. Schade für ihn, hatte er sich doch so gefreut auf dieses Event. An dieser Stelle gute Besserung.

Für Julian, Günter und Helmut war es die Premiere bei einem nationalen Deutschen Meisterschaft. Um international im Weltverband (IFAA) an Turnieren teilzunehmen zu können, benötigt man mind. 2 Einträge in seiner Scorekarte des eigenen Verbandes. So soll sichergestellt sein, dass keine Anfänger ohne Regelkenntnisse an int. Turnieren teilnehmen.

Anreise war am Freitag, da nur an diesem Tag die Bogenkontrolle stattfindet. Leider wurde die Anreise zu einem Geduldsspiel. Statt den geplanten 2,5 Stunden waren es letztendlich 5 Stunden im Auto. Die Bogenkontrolle und die Abnahme des Fernglas ging zügig vonstatten. Zuvor habe ich noch eine Stilmannschaft TRB (Traditional Recurve Bow) mit Julian, Günter und Toni angemeldet. Mal schauen, was dabei raus kommt. Bevor wir unser Hotel in Backnang bezogen, wurden erstmal Bognerkolleg- Innen begrüßt. Manche hatte man eine Weile nicht mehr gesehen. Danach ins Hotel einchecken. Zum Essen waren wir um’s Eck bei einem Griechen mit lecker Speisekarte und Livemusik.

1. Wettkampftag

Um 6.30 Uhr aufstehen war an diesem Wochenende Pflicht. Um 6.45 Uhr Frühstück, Abfahrt 7.15 Uhr. Umziehen, Sachen zusammensuchen und zum Veranstaltungsort laufen. Auf der Einschießwiese standen ein paar wenige Tiere, zu wenig für 500 Teilnehmer. Nichtsdestotrotz konnten wir ein paar Pfeile fliegen lassen, bevor zum Briefing gerufen wurde. Danach wurden die Bogner an ihre Parcours geführt. Julian, Helmut und Toni starteten auf dem gelben Parcours. Günter musste seinen Wettkampf auf dem weißen Parcours ausrichten.

Bei besten Wetterbedingungen konnte der erste Pfeil um 9.30 Uhr auf die Reise gehen. Die Meisterschaft wird nach den Regeln der Sportordnung des DFBV durchgeführt.

Es wurde geschossen am Samstag:

von Ziel 1 -14 – 3 Pfeil Runde

von Ziel 15 – 28 – Doppelhunterrunde

Helmut befand sich mi seiner Gruppe eine Gruppe vor Tonis Gruppe. So hatten sie immer wieder Gelegenheit, sich auszutauschen.

Toni schoss das erste Mal mit einer Brille, die noch etwas gewöhnungsbedürftig war. Da gab es nicht immer Treffer beim 1. Schuss und mit Brille gab es eine ganz andere Wahrnehmung. Es wird wohl noch ein wenig dauern, bis auch dieses Manko aus dem Weg geräumt ist. Helmut als Debütant war gleich als 2. Schreiber eingeteilt worden. Scheinbar hat er alles richtig gemacht, es gab keine Klagen aus seinen Reihen.

Nach 6 Stunden hatten wir es alle geschafft und am Sammelplatz trafen sich dann wieder alle Schützen, bis auf den roten Parcours, der angeblich sehr langläufig sein soll. Julian führet nach dem ersten Tag in seiner Bogenklasse, Günter konnte mit seinem 24. Platz als Neustarter äußerst zufrieden sein. Helmut hatte auch einen respektablen Einstand.

Für 19 Uhr hatten wir wieder beim Griechen eine Tisch reserviert.

previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow
ArrowArrow
Shadow
Slider

2. Wettkampftag

Heute standen schon mehr Ziele auf der Einschießwiese, man hat den Beschwerden mancher Teilnehmer Gehör geschenkt. Das Führen in die Parcours hat dann auch besser geklappt wie am Vortag. Endlich stand ein Mikrofon und ein Lautsprecher zur Verfügung. So muss es sein. Man lernt nie aus.

Julian, Helmut und Toni durften am Sonntag den roten Parcours begehen während Günter den gelben Parcours bestreiten durfte. Zu allem Glück waren Helmut und Toni in einer Gruppe unterwegs. Toni als Target Captain, Helmut dieses Mal ohne Funktion. Pech war, dass wir wohl den weitesten Pflock im roten Parcours zugeteilt bekommen haben. Eine halbe Stunde Fussweg nur bergauf zur Scheibe 19, danach war Dir wirklich warm. Das hieß aber für uns zusätzliche Strecken zu laufen.

Es wurde geschossen am Sonntag:

von Ziel 1 -14 – 3 Pfeil Runde

von Ziel 15 – 28 – Hunterrunde

Mit der Scheibe 19 starteten wir somit in die Hunterrunde. Da hast du nur eine Chance. Toni legte gleich ordentlich vor. Er hatte bis Ziel 27 keinen Fehlschuss und konnte damit ordentlich Punkte sammeln. Helmut war anfangs auch noch gut mit dabei, hatte dann aber einen Einschnitt in der Trefferfolge. Toni hatte ja gegenüber dem Vortag ja was aufzuholen, da er nur ein mittelmäßiges Resultat geschossen hatte. Vor Ziel 28 kam dann die Verpflegungsstation und danach hatte Toni seinen ersten Fehlschuss. Bei Scheibe 1 war dann gleich die Umstellung auf die 3-Pfeilrunde, die es wirklich in sich hatte. Die meisten Tiere, egal ob groß oder klein, standen auf max. Distanzen und dann teilwiese ordentlich steil bergauf und bergab. Hier wurde einem nichts geschenkt. Flachlandtiroler hatte da schon ihre Schwierigkeiten. 😉

Julian konnte seinen Vorsprung vom Vortag sogar noch ausbauen und gewann somit souverän die Goldmedaille in der Klasse Junioren Männlich Traditional Recurve Bow (JM TRB). Respekt und alle Hochachtung an dieser Stelle. Gratulation! Er musste vom Erwachsenenpflock schießen.

Helmut hatte gegen Ende mit seinen Kräften zu kämpfen und damit ließ auch die Konzentration nach. Aber Respekt für sein Durchhaltevermögen.

Lange mussten wir auf den Aushang der Ergebnislisten warten, immer wieder trudelten noch Schützen vom längsten, dem roten Parcours ein. Dann hingen die Listen, aber noch unvollständig. Dann wurden sie wieder abgehängt, dann hatte der Drucker gestreikt. Irgendwann war es soweit und für uns ganz interessant war natürlich noch die ausstehende Mannschaftswertung. Was haben wir uns gefreut, als klar war, dass wir Silber in der Mannschaftswertung der Stilmannschaften TRB gewonnen hatten. Immerhin hatten sich 8 Mannschaften in dieser Stilgruppe angemeldet. Wir waren gerade mal 24 Wertungspunkte von Gold entfernt. Umgerechnet wäre das 1 Treffer mehr in der Hunterrunde gewesen. Soooo knapp. Wir freuten uns auch riesig über Silber und sind stolz, dass wir unseren Verein so erfolgreich vertreten haben. Die Siegerehrung fand dann schon im Dunkeln statt, der Vorplatz am Vereinsheim wurde noch schnell umgebaut und die Siegerehrung konnte starten. Dass um diese Uhrzeit nicht mehr alle Schützen anwesend waren, ist verständlich, zumal viele noch einen langen Weg nach Hause vor sich hatten oder Kinder zeitig ins Bett mussten wegen Schule am Montag. Die Dagebliebenen ehrten die Teilnehmer auf dem Treppchen lautstark, auch wenn nicht immer alle auf dem Podest standen. Gegen 21:00 Uhr konnten wir dann die Heimreise antreten und nach knapp 2,5 Stunden Fahrt glücklich zu Hause ankommen. Hier noch ein großes Dankeschön an Günter, der sich und seinen VW Bus für die Fahrten in den Dienst stellte.

previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow
ArrowArrow
Shadow
Slider

Wir freuen uns schon auf die nächste gemeinsame Deutsche Meisterschaft, vielleicht mit mehr Teilnehmern vom Verein. Hatte richtig viel Spaß gemacht mit den Jungs und ich möchte dieses Event mit Euch nicht missen.

Ich hoffe, ihr habt einen Eindruck von der DM gewinnen können und dass es euch motiviert, mal dabei zu sein.

Bis die Tage und mit Medaillengrüßen,

Toni

Die Ergebnisse könnt ihr der beigefügten Tabelle entnehmen:

Julian W.          1. Platz            702 P.             JM TRB

Günter W.       24. Platz         684 P.             AM TRB

Helmut D.       25. Platz         524 P.             VM TRB

Toni B.               16. Platz         672 P.             VM TRB

(Bilder u. Text: Toni B.)